• Foto zum Thema "Unterschied Rettungs- und Notfallsanitäter": Zu sehen ist ein Rettungswagen im Einsatz, daneben ein Porträt von Tim Yannik Gaumann, der als Notfallsanitäter arbeitet.
    Was ist der Unterschied zwischen Rettungs- und Notfallsanitäter? Tim Yannik Gaumann ist für beide Positionen ausgebildet und erklärt's. Foto: Wolfgang Filser/Colourbox/Privat

Unterschied Rettungssanitäter und Notfallsanitäter – wer macht was?

Grundsätzlich rücken zwei Personen mit dem Rettungswagen aus: ein Rettungssanitäter und ein Notfallsanitäter. Den Unterschied erklärt Tim Yannik Gaumann, der für beide Positionen ausgebildet ist.

Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser – wenn es um den Rettungsdienst geht, sind in Deutschland zahlreiche Organisationen beteiligt. Der Rettungsdienst befindet sich meist in Trägerschaft der Landkreise, Städte und Kommunen. Mancherorts ist es so, dass die Feuerwehr auch den Rettungsdienst besetzt, zum Beispiel in Wuppertal und Berlin. In diesem Fall sind alle Feuerwehrleute auch ausgebildete Rettungssanitäter*innen oder Notfallsanitäter*innen. Doch wo genau liegt der Unterschied?

Tim Yannik Gaumann ist Oberbrandmeister, arbeitet für die Feuerwehr in Wuppertal und verrichtet auch auf dem Rettungswagen seinen Dienst. Seit Herbst 2024 als Notfallsanitäter, zuvor als Rettungssanitäter.

„Unterschiede ergeben sich vor allem mit Blick auf die Ausbildung, Aufgaben und Kompetenzen“, erklärt er.

Rettungssanitäter: Assistenz auf dem Rettungswagen

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter beziehungsweise zur Rettungssanitäterin dauert drei Monate. „Wer sie erfolgreich abschließt, verfügt über ein medizinisches Grundverständnis“, sagt Gaumann.

Heißt: Die Grundlagen der Notfallrettung sind bekannt, das schließt den Umgang mit sämtlichen Geräten an Bord des Rettungswagens ein. „Ein Rettungssanitäter ist die Assistenz des Notfallsanitäters und fährt in der Regel auch den Rettungswagen.“

Notfallsanitäter tragen die Verantwortung

Die medizinische Erstversorgung einleiten und entscheiden, ob ein Notarzt hinzugezogen werden muss – das obliegt Notfallsanitäter*innen. Gaumann: „Sie sind die Chefs auf dem Rettungswagen.“

Alle Notfallsanitäter*innen verfügen über eine fundierte medizinische Ausbildung, die drei Jahre dauert. Sie umfasst Theorieunterricht, der meist an Rettungsdienstakademien stattfindet, sowie Praktika im Krankenhaus und im Rettungsdienst.

Wer die Ausbildung absolviert hat, kann mit Notfall-Medikamenten umgehen und ist befugt, diese ohne Notarzt zu verabreichen. „Nach einer Medikamentenabgabe muss der Patient allerdings noch einmal bei einem Arzt vorstellig werden“, unterstreicht Gaumann. „Viele Leute haben die Erwartungshaltung, dass wir kommen, etwas spritzen und dann wieder fahren. Aber so läuft es nicht!“

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Übrigens: Das Berufsbild des Notfallsanitäters gibt es erst seit einer Reform, die 2014 in Kraft getreten ist. Zuvor hatten die sogenannten Rettungsassistenten das Sagen auf dem Rettungswagen. Ihre Ausbildung umfasste zwei Jahre, es galten andere Ausbildungsziele und Qualitätsstandards.

„Insgesamt war die Ausbildung weniger fundiert“, resümiert Gaumann. „Ausgebildete Rettungsassistenten müssen sich zum Notfallsanitäter weiterbilden. Sonst erfolgt ein Downgrade zum Rettungssanitäter.“

Text: cdi