• Foto zum Thema "Jugendarbeitslosigkeit in Europa": Zu sehen sind die Europapolitiker*innen Gabriele Bischoff (SPD) und Erik Marquardt (Grüne) auf dem Podium der dbb jugend. Beide haben ein Mikrofon in der Hand.
    Die dbb jugend hat mit den Europaabgeordneten Gabriele Bischoff (SPD) und Erik Marquardt (Grüne) über Jugendarbeitslosigkeit in Europa diskutiert. Foto: dbb/Jan Brenner

Jugendarbeitslosigkeit in Europa Wie steht es um den Arbeitsmarkt der Zukunft?

In Europa ist vor allem in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit ein Problem. Auf einer Podiumsdiskussion der dbb jugend haben Politiker*innen diskutiert, was zu tun ist.

„In Vielfalt geeint“ – so lautet seit dem Jahr 2000 das Motto der Europäischen Union. Diese Vielfalt ist sehr bereichernd und wertvoll, auch für den europäischen Arbeitsmarkt, unterstreicht die AG Europa der dbb jugend.

Doch trotz der insgesamt guten Entwicklung im Zeitraum 2013 bis 2022 gehören Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nach wie vor zu den großen Problemen der Europäischen Union.

Im Durchschnitt sind rund 5,9 Prozent der EU-Bürgerinnen und Bürger im Dezember 2023 als arbeitslos registriert, während die durchschnittliche Arbeitslosenquote mit rund 6,4 Prozent signifikant höher liegt. Spanien verzeichnet dabei laut Statista mit rund 11,7 Prozent die höchste Arbeitslosenquote unter den EU-Mitgliedstaaten.

Junge Menschen in Arbeit bringen

Arbeitslosigkeit ist längst nicht das einzige Thema, mit dem die EU in Hinblick auf den Arbeitsmarkt konfrontiert ist. Im Fokus stehen auch folgende Fragen: Wie lassen sich junge Menschen schneller in den Arbeitsmarkt bringen? Und wie schaffen wir es, dem Arbeitsmarkt arbeitsfähige Personen zuzuführen? Darüber hat die dbb jugend auf dem Bundesjugendausschuss, der am 16. Februar 2023 in Berlin stattgefunden hat, mit Gabriele Bischoff (SPD) und Erik Marquardt (Grüne) diskutiert. Beide sind Mitglieder des Europäischen Parlaments.

Bei der Diskussion zeigte sich, dass es unerlässlich ist, die Infrastruktur, etwa Kindergartenplätze und Wohnraum, auszubauen, um arbeitsfähige Personen vollumfänglich zu integrieren. 

Mit Blick auf die Integration in den Arbeitsmarkt sei es – das betonten beide Gäste auf dem Podium – ebenso erforderlich, Verfahren zu beschleunigen, Bürokratie abzubauen sowie erfolgreiche Modellprojekte in den Alltag zu übernehmen. Weiterhin gilt es, Sprachbarrieren zu überwinden.

Um dem Nachwuchsmangel in nicht-akademischen Berufen entgegenzuwirken, müssen nicht-akademische Berufe dieselbe Wertschätzung erfahren wie akademische, wurde in der Diskussion deutlich. Ferner kämen der aktiven Bildungsarbeit und Aufklärung über nicht akademische Ausbildungen eine große Bedeutung zu.

Vorbild Skandinavien

Ein weiteres Fazit: Von anderen EU-Staaten, insbesondere den skandinavischen, könne sich Deutschland einiges abschauen: in Bezug auf den Bürokratieabbau, die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen, sowie die Verwaltungsdigitalisierung. Letztere biete auch für die Arbeitsmarktintegration ein großes Potenzial, das Deutschland bis jetzt nicht vollumfänglich ausschöpft – in diesem Punkt waren sich die Europa-Abgeordneten Bischoff und Marquardt einig.

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„Ich freue mich sehr, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind“, sagte Julia Mayer, Sprecherin der AG Europa, nach der Podiumsdiskussion zu den Gästen aus der Politik. Der Austausch sei sehr konstruktiv gewesen. „Er hat verdeutlicht, dass die Europäische Union eine große Bedeutung hat und die Staaten nur gemeinsam in der Lage sind, die Probleme unserer Zeit zu lösen.“

Text: AG Europa